Die Intervalleinheit der Woche

Für diese Woche haben wir eine Intervalleinheit im Programm, die am einfachsten auf einer 400m-Bahn umgesetzt werden kann. Da das im Moment schwierig ist, tut es auch ein beliebiger Rundkurs in Kombination mit einer Pulsuhr die Entfernungen misst. Für den Trainingseffekt muss es ja auch nicht ganz exakt sein. Der Abstand zwischen Leitpfosten an der Straße ist übrigens immer 50m.

Italienische Pizza als „Superfood“?

Für all jene die Pizza lieben, könnte es ein Traumberuf sein den der italienische Wissenschaftler Silvano Gallus hat: Er forscht an Pizza, genauer gesagt an den Effekten des italienischen Klassikers auf Gesundheit und Krankheit. Wenngleich all seine Arbeiten rein statistische Beobachtungsstudien sind und damit keine Kausalitäten zeigen können, kommt er zu dem Schluss, dass es sich bei Pizza um ein echtes „Superfood“ handelt. So postuliert Gallus diverse gesundheitsfördernde Effekte des italienischen Originals:

  1. Tumorerkrankungen („Krebs“): Wer mehr als einmal pro Woche Pizza isst, hat ein statistisch signifikant verringertes Risiko an Enddarm-, Kehlkopf-, Rachen- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken (Quelle: https://doi.org/10.1002/ijc.11382). Gleiches gilt auch für Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs (Quelle: 10.1097/01.cej.0000186632.04625.f6).
  2. Herzinfarkt: Der regelmäßige Konsum von mindestens einer Pizza pro Woche reduziert das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden (Quelle: https://doi.org/10.1038/sj.ejcn.1601997).

All die zitierten Arbeiten beziehen sich ausschließlich auf den Konsum echter italienischer Pizza in Italien. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass der Pizzagenuss im Rahmen einer mediterranen Ernährung erfolgte der wiederum vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften bescheinigt werden. Ob also tatsächlich der reine Pizzakonsum oder doch vielmehr die italienische Art zu essen (Gemüse, Fisch, Olivenöl) entscheidend ist, wird nicht beantwortet. Gallus selbst empfiehlt aber in jedem Fall auf die Salami zu verzichten!

Vegetarier haben weniger Harnwegsinfekte

Harnwegsinfekte sind ein häufiges Krankheitsbild und können gerade bei älteren Patienten*innen schwere Verläufe nehmen. Eine kürzlich erschienene Studie aus Taiwan konnte nun den Nutzen einer fleischlosen Ernährung zur Senkung des Risikos eines Harnwegsinfekts belegen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden rund 9.000 buddhistische Frauen und Männer über zehn Jahre hinweg beobachtet. Resultat war eine 16%ige Reduktion des Risikos an einem Harnwegsinfekt zu erleiden im Vergleich zu den Fleischkonsumenten*innen. Grund dafür könnte eine günstigere Besiedlung des Darms mit Bakterien sein. Abgesehen davon ist ein moderater Fleischkonsum aus gesundheitlichen Gründen ohnehin anzuraten.

COVID-19 in Italien: Wer stirbt?

Immer noch wird COVID-19 stellenweise als „Grippe“ verharmlost. Dass es sich jedoch keinesfalls um eine harmlose Erkrankung handelt, sollten die erschütternden Bilder aus Italien und Spanien (und damit vor unserer Haustür!!!)  mittlerweile eindringlich gezeigt haben. Aus dem besonders betroffenen Italien erreichen uns nun auch erste statistische Auswertungen hinsichtlich der „Risikogruppen“. So sind die an COVID-19 verstorbenen Patienten*innen im Mittel um die 80 Jahre alt. Insgesamt ist die Sterbewahrscheinlichkeit der Über-70jährigen im Vergleich zu jüngeren Infizierten deutlich erhöht. Zudem begünstigen viele Vorerkrankungen einen schweren und tödlichen Verlauf. Von knapp 3.200 verstorbenen italienischen Patienten*innen hatten 1,2% keine, 23,5% eine, 26,6% zwei und 48,6% drei oder mehr Vorerkrankungen. Besonders häufig waren dabei:

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): 73,8%
  • Diabetes mellitus Typ 2 („Zuckerkrankheit“): 33,9%
  • Koronare Herzkrankheit (z.B. nach einem Herzinfarkt): 30,1%
  • Vorhofflimmern: 22%
  • Chronische Niereninsuffizienz („Nierenschwäche“): 20,2%
  • Tumorerkrankungen („Krebs“ in den letzten fünf Jahren: 19,5%
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): 13,7%
  • Dementielles Syndrom (Demenz): 11,9%
  • Schlaganfall: 11,2%

Von den an COVID-19 verstorbenen jüngeren Patienten*innen war nur eine Frau. Insgesamt war die überwiegende Mehrzahl der in dieser Altersgruppe Verstorbenen schwer vorerkrankt (z.B. Herz- und Nierenerkrankungen).

Die hier besprochenen schwer Erkrankten wurden rund vier Tage nach Auftreten der ersten Beschwerden (v.a. Atemnot, Husten, Fieber) in ein Krankenhaus aufgenommen und in der Regel dort direkt auf eine Überwachungs- oder Intensivstation verlegt. Der Tod trat im Mittel acht Tage nach Symptombeginn ein.

Insgesamt bestätigen die Daten aus Italien was wir ohnehin schon wussten. Nach wie vor gilt es die Älteren zu schützen und soziale Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu beschränken. Grundsätzlich ist NIEMAND vor einer Infektion gefeit und auch jüngere Menschen können schwer erkranken und versterben!

Asthma bronchiale und COVID-19

Momentan gibt es in der Fachwelt kritische Stimmen zur Therapie des Asthma bronchiale mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS). Hintergrund dieser Kritik ist die das Immunsystem „unterdrückende“ Wirkung der ICS-Präparate. Da das Immunsystem somit in seiner Funktion eingeschränkt ist, könnte eine Infektion mit dem SARS-Coronavirus 2 erleichtert werden. Wenngleich sich dies aufgrund fehlender Studien aktuell noch nicht ausschließen lässt, sollte eine bewährte Therapie unbedingt fortgesetzt werden. Letztlich besteht durch das Absetzen eines ICS immer die Möglichkeit einer akuten Verschlechterung des Asthmas mit der Notwendigkeit einer ärztlichen Vorstellung oder sogar Krankenhausaufnahme. Das Risiko dort mit COVID-19-Patienten*innen in Kontakt zu kommen und sich zu infizieren, ist für Menschen mit Asthma bronchiale deutlich höher als das bislang unbelegte Risiko sich durch eine ICS-Therapie mit dem SARS-Coronavirus 2 zu infizieren.

ACE-Hemmer und Sartane in Zeiten von COVID-19 – Absetzen oder weiter nehmen?

Momentan werden wir oft gefragt, ob aktuell denn noch ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) oder Sartane (z.B. Candesartan) eingenommen werden dürfen. Hintergrund dieser Frage ist, dass mittlerweile ein Eintritt des Coronavirus in die menschlichen Zellen über den ACE2-Rezeptor gezeigt wurde. Werden nun beispielsweise ACE-Hemmer eingenommen, produziert der Körper vermehrt diese Rezeptoren. Dadurch könnte der Eintritt des Virus in die menschliche Zelle erleichtert werden. Generell ist diese Hypothese aber nicht vollständig gesichert. Ungeachtet dessen haben die Deutsche Kardiologische Gesellschaft (DKG) und die American Heart Association (AHA) eine Erklärung veröffentlicht, in welcher sie die Fortsetzung einer bestehenden Therapie mit ACE-Hemmern oder Sartanen empfehlen.

Sport in Zeiten von Corona – Das empfiehlt der Experte

Professor Dr. Jürgen Steinacker steht im Interview mit der Südwest Presse (SWP) Rede und Antwort darüber, was in Zeiten der Coronakrise und -pandemie an sportlicher Aktivität möglich und sinnvoll ist.

Zu alt für Sport? Gibt es das?

Eine spannende Frage die uns oft in der Ambulanz gestellt wird, ist diejenige nach einer Altersbeschränkung für Sport. Eine solche gibt es nicht! Vielmehr profitiert jeder Mensch von Sport – unabhängig vom Alter! Dies bestätigt nun auch eine britische Studie. In dieser konnte gezeigt werden, dass auch zuvor körperlich inaktive Senioren*innen in gleichem Maße Muskelmasse aufbauen können, wie ihre routinierteren Altersgenossen*innen. Insofern gilt unsere Empfehlung hinsichtlich sportlicher Aktivität im Alter: Je früher, je besser und es gibt kein „zu spät“!