Krankes Herz durch Kraftsport?

Zur Originalstudie geht es durch Klick auf das Bild.

Was bislang für extrem betriebenen Ausdauersport galt, zeigte sich nun auch bei kraftbetonen Sportarten: Das Risiko für Vorhofflimmern steigt. Das Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung des Vorhofes. Wie der Name sagt, flimmert dieser was an sich erstmal nicht dramatisch wäre, würde es nicht das Risiko erhöhen ein Blutgerinnsel im Vorhof zu bilden. Dieses kann dann „abgehen“ und beispielsweise einen Schlaganfall verursachen. Im Rahmen einer Beobachtungsstudie an ehemaligen Profispielern der National Football Liga (NFL) konnte nun ein sechsfach erhöhtes Risiko an Vorhofflimmern zu erkranken, gezeigt werden.
Bislang war ein erhöhtes Erkrankungsrisiko vor allem bei extremem Ausdauersport (insbesondere Marathon- und Skilanglauf) beschrieben. In diesen Sportarten konnte schon in jüngeren Jahren Vorhofflimmern nachgewiesen werden.
In einer Querschnittsstudie wurden nun 460 ehemalige NFL-Spieler (Durchschnittsalter ca. 55 Jahre) mit 925 Kontrollpersonen verglichen. Profi-Footballspieler benötigen neben taktischem Geschick auch viel Kraft. Bei fünf Prozent der ehemaligen Profi-Footballer konnte Vorhofflimmern nachgewiesen werden, wohingegen es bei nur 0,5 Prozent der Kontrollpersonen auftrat. Neben Vorhofflimmern traten auch Störungen in der elektrischen Erregungsleitung häufiger auf.
In Summe kann daher davon ausgegangen werden, dass auch intensiver Kraftsport das Risiko von Vorhofflimmern erhöht. Einmal mehr unterstreicht dies, wie wichtig die Nachuntersuchung ehemaliger Hochleistungssportler*innen ist.

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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