Intervallfasten – Die Trend-Diät

Das intermittierende Fasten ist „in“. Bei dieser Ernährungsform kommt es im Wechsel zu Fastenphasen und Nahrungszufuhr. Dabei gibt es eine Vielzahl von Varianten. Am bekanntesten sind sicherlich 5:2- und 16:8-Methode. Erstere beschreibt eine „normale“ Nahrungszufuhr an fünf Tagen der Woche, wohingegen an zwei Tagen gefastet wird (maximale Kalorienzufuhr: 500-600/Fastentag). Die beiden Fastentage finden einzeln und nicht direkt aufeinanderfolgend statt. Noch bekannter ist 16:8. Dies bezeichnet eine 16-stündige Fastenperiode. Den Rest des Tages darf ganz normal gegessen werden. Üblich ist die Verschiebung des Frühstücks auf einen späteren Zeitpunkt (z.B. 11 Uhr). Die letzte Mahlzeit sollte dann bis 19 Uhr stattfinden. Dazwischen darf gegessen werden wonach der Sinn steht. Grundsätzlich ist aber eine gesunde Form der Ernährung zu empfehlen. Es gibt Varianten die innerhalb der acht Stunden nur zwei Mahlzeiten empfehlen. Dies wird vor allem zur Gewichtsreduktion angeraten.

Warum ist das intermittierende Fasten so im Trend? Das liegt an den postulierten positiven Effekten. Teilweise konnten diese auch in Tierstudien gezeigt werden. Inwiefern eine Übertragung auf den Menschen möglich ist, bleibt jedoch unklar. Zu diesen Effekten zählen unter anderem: Blutdrucksenkung, Regulation von Blutzucker und Cholesterin, Gewichtsreduktion, „Entlastung“ des Verdauungstrakts, bessere Konzentrationsleistung (v.a. in den Morgenstunden) etc.

Wie ist es um die wissenschaftliche Seite bestellt? Bislang gibt es nur wenige Studien zum Intervallfasten. Dies wird zusätzlich erschwert, da die Art des Fastens und die Studienpopulationen (Normal-, Übergewichtige) heterogen sind. Über die Langzeitfolgen kann zudem keine Aussage getroffen werden. Die bisherigen Daten lassen vermuten, dass Intervallfasten tatsächlich positiv für die Gesundheit ist und eine Gewichtsabnahme bedingen könnte. Ferner zeigten sich bislang keine gravierenden Nebenwirkungen. Knackpunkt jeder Diät ist aber deren Durchhalten. Ob das Intervallfasten hier Vorteile bietet, ist offen. Die vermuteten Effekte auf körperliche Belastbarkeit, geistige Leistungsfähigkeit und Stimmung sind wissenschaftlich nicht belegbar. Weiterer Kritikpunkt sind die vagen Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl. Allein durch das intermittierende Fasten wird schließlich nicht automatisch eine gesunde Ernährung erreicht!

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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