Feldtest beim Rudern

Zurzeit bereitet sich die U23-Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in Ratzeburg auf die bevorstehende Europameisterschaft Anfang September vor. Diese wird in Duisburg ausgetragen. Mit dabei unsere Mitarbeiter Sportwissenschaftler Kay Winkert und Sportorthopäde Mickel Washington.

Zur Steuerung der Trainingsbelastung werden bei den Athleten in regelmäßigen Abständen Labor -und Urinuntersuchungen durchgeführt. Diese werden protokolliert und in den täglich stattfindenden Besprechungen mit dem Trainerteam erörtert. Kay bekam diesbezüglich zumindest in den ersten Tagen Unterstützung von Mickel. Der Sportorthopäde nutzte die Gelegenheit während des Trainingslagers, Rücken und Becken der Athleten im Rahmen einer Studie genauer unter die Lupe zu nehmen. Von Interesse ist hierbei ein möglicher Zusammenhang zwischen Dysfunktionen des Iliosakralgelenks und tiefsitzendem Rückenschmerz bei Hochleistungsruderern. Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, daher gilt es gezielt Präventivmaßnahmen zu entwickeln. Das Iliosakralgelenk verbindet die untere Wirbelsäule mit dem Becken. Die Dysfunktion dieses Gelenks ist ein häufiger Grund für Rückenbeschwerden bei professionellen Ruderern. Hierzu werden ein Spine-Test und ein 3-Phasen-Hyperextensiontest durchgeführt, sowie das Vorlaufphänomen und eine variable Beinlänge abgeprüft. Außerdem werden anthropometrische Daten (BMI, Gewicht, Körperfettanteil, Muskelanteil, fettfreie Körpermasse) mittels einer Bioimpedanzanalyse erhoben. Dies dient zur Identifikation von Bewegungseinschränkungen durch Dysfunktionen des Iliosakralgelenks und daraus resultierenden Schonhaltungen und verminderter Leistungsfähigkeit der Athleten. Mickel hat viel Erfahrung im Umgang mit den Ruderern. In den letzten zwei Jahren betreute er als Mannschaftsarzt die U19-Nationalmannschaft auf Trainingslagern und Weltmeisterschaft. Zuletzt vergangenes Jahr in Tokio. So musste bei den durchgeführten Untersuchungen auch das ein oder andere Mal wieder „Hand“ angelegt werden. Sehr zu Freude der Athleten. Wir wünschen allen Athleten eine gute und verletzungsfreie Vorbereitung auf die Europameisterschaft.

Hinweis: In diesem Artikel wurde die rein männlich Form verwendet, da im Feldtest nur männliche Ruder untersucht wurden.

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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