Wein und Bier: Spielt die Reihenfolge eine Rolle?

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Vorweg: Alkohol ist ein Gift dessen Konsum mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Von einem übermäßigen Konsum muss daher abgeraten werden! Dennoch ist Alkohol fest in Leben und Kultur integriert. Dies zeigt sich auch an Redewendungen wie z.B. „Wein auf Bier das rat ich dir“. Doch was ist eigentlich dran an dieser Empfehlung?

Dieser Frage ging eine Forschungsgruppe aus Witten/Herdecke nach. Sie untersuchten insgesamt 90 Probanden*innen zwischen 19 und 40 Jahren in drei Gruppen. Die erste Gruppe trank Lagerbier mit einem Alkoholgehalt von fünf Prozent bis zu einer Atemalkoholkonzentration von über 0,05 Prozent. Danach wurde Weißwein (Alkoholgehalt 11,1 Prozent) konsumiert bis ein Gesamtatemalkohol von über 0,11 Prozent (1,1 Promille) erreicht wurde. In der zweiten Gruppe wurde zuerst Wein und dann Bier – unter ansonsten gleichen Bedingungen – getrunken. Die Mitglieder der Kontrollgruppe (dritte Gruppe) tranken nur Bier oder Wein. Am Folgetag wurden die Gruppen „getauscht“ (Crossover-Design). Zum Abschluss wurden alle Teilnehmer*innen aufgefordert die empfundene Trunkenheit auf einer Skala von ein bis zehn einzuschätzen. Außerdem wurde die Ausprägung typischer Beschwerden des „Alkoholkaters“ abgefragt.

Im Ergebnis hatten weder Art noch Reihenfolge der konsumierten alkoholischen Getränke einen signifikanten Einfluss auf die Schwere des Alkoholkaters. Im Vergleich zu den Männern waren die Beschwerden bei den Frauen ausgeprägter. Die individuell bewertete Trunkenheit korrelierte gut mit der Katerintensität am Morgen des Folgetages.

Nebenbei: Woher der „Kater“ kommt ist nicht geklärt. Gemeinhin wird vermutet, dass die entwässernde Wirkung des Alkohols dafür verantwortlich ist. Genau so gut kann aber auch die Aktivierung entzündungsfördernder Stoffe (Zytokine) eine Rolle spielen. Außerdem werden auch spezielle Farb- und Geschmacksstoffe in den Getränken als ursächlich diskutiert. Ferner spielen individuelle Toleranz und Gewöhnung an den Alkoholkonsum eine Rolle.

Für Sportler*innen: Bereits eine moderate Alkoholzufuhr kann+ zu einem Schwinden der Muskelmasse führen. So zeigen alkoholtrinkende Kraftsportler*innen eine geringere Muskelkraft als nicht Alkoholtrinkende. Auf dieses Thema gehen wir aber nochmals intensiver ein.

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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