Wie Sport den Körper verändert

Zur Originalstudie geht es durch Klick auf das Bild.

In einer aktuellen Studie aus Australien wurden 52 junge Soldanten hinsichtlich der Stoffwechselveränderungen durch ein 80tägiges Training untersucht. Potentielle Störgrößen wie Arbeitsbelastung, Ernährung, Schlafgewohnheiten und Stress konnten im Vorfeld weitgehend ausgeschaltet werden, da alle Probanden im gleichen Wohnheim lebten und einen ähnlichen Tagesablauf hatten. Das Trainingsprogramm entsprach dem im Militär üblichen Mix aus Ausdauer- und Krafttraining.

Die beobachteten Veränderungen waren teils erheblich. Insbesondere der Fettstoffwechsel veränderte sich in starkem Ausmaß. So kam es zu einem deutlichen Abfall freier Fettsäuren, da diese eine bevorzugte Energiequelle trainierter Skelettmuskulatur sind. Durch den gestiegenen Fettsäureverbrauch verringerte sich auch der Malonat- und Ketonkörperspiegel. Getrieben wird der gesteigerte Lipidmetabolismus durch Wachstumsfaktoren. Dementsprechend waren auch die wachstumsfaktorstimulierenden Aminosäuren Arginin und Ornithin nach dem Sportprogramm erhöht. Diese fördern indirekt auch die Fettverbrennung.

Darüber hinaus wurde die Dimethylguanidino-Valeriansäure (DMGV) bestimmt. Dieser Metabolit spielt beim Argininstoffwechsel und damit indirekt beim Fettstoffwechsel eine Rolle. Durch das Trainingsprogramm stieg auch der DMGV-Spiegel an, variierte individuell aber stark. Je stärker die DMGV-Erhöhung ausfiel umso höher (!!!) waren auch Körperfett, systolischer Blutdruck und das LDL-Cholesterin und somit das kardiovaskuläre Risiko. Im Mittel aller Teilnehmer war DMGV jedoch moderat und das kardiovaskuläre Risiko vermindert.

Aus der DMGV-Veränderung unter Belastung kann möglicherweise abgeleitet werden, wer von sportlicher Aktivität besonders profitiert. Zudem könnte ein sehr hoher DMGV-Spiegel auf eine chronische Herzkrankheit hinweisen

Insgesamt zeigte die Studie die zentrale Bedeutung von körperlicher Aktivität für die Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Nicht nur Blutdruck, Gewicht und Körperfett sinken dadurch, vielmehr verändert sich der Stoffwechsel tiefgreifend was der Gefäßverkalkung (Atherosklerose) entgegenwirkt.

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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