Verlängert das Trinken von Kaffee unser Leben?

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Für viele Menschen ist Kaffee ein Grundnahrungsmittel und gehört zum täglichen Leben dazu. Doch ist der Konsum von Kaffee gesund oder nicht?

Es kommt auf den Kaffee an. Filterkaffee scheint der vorgestellten Studie aus Schweden nach das Risiko für Herzinfarkt und Tod zu senken. Wie kann dies erklärt werden? Was ist mit ungefiltertem Kaffee?

Vor ca. 30 Jahren zeigte eine wissenschaftliche Arbeit, dass das Trinken von ungefiltertem Kaffee mit einem erhöhtem Gesamt- und LDL-Cholesterin einher ging. Da ein hohes LDL-Cholesterin einer der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall ist, wurde von einer negativen Wirkung des Kaffees auf das Herz-Kreislauf-System ausgegangen. Verantwortlich für diesen Effekt sind Kahweol und Cafestol. Durch den Kaffeefilter werden diese Stoffe jedoch effizient entfernt, was die vorteilhaftere Wirkung von Filterkaffee erklären würde.

Doch nun zur vorgestellten Arbeit. In dieser wurden 509.000 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 79 Jahren eingeschlossen. Deren Kaffeekonsum wurde mit einem Fragebogen zu Menge und Art des Kaffees eruiert. Durchschnittlich wurden die Teilnehmer*innen 20 Jahre nachbeobachtet. Insgesamt zeigte sich, dass das Trinken von Filterkaffee gesund war und mit einem verringerten Sterberisiko von 15 Prozent einher ging. Darüber hinaus war das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um 12 bzw. 20 Prozent bei Frauen bzw. Männern reduziert. Interessanterweise gelten diese Daten im Vergleich zu Menschen die überhaupt keinen Kaffee tranken.

Demgegenüber konnte für ungefilterten Kaffee ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Kaffeeabstinenten festgestellt werden. Dieser Effekt wird der eingangs beschriebenen cholesterinsteigernden Wirkung des ungefilterten Kaffees zugeschrieben.

Leider müssen wir die Freude der Kaffeetrinker etwas trüben und auf die Einschränkungen der Studie zu sprechen kommen. So wurde beispielsweise der Kaffeekonsum in Tassen erfragt. Das genaue Volumen der Tasse blieb unklar. Zudem konnten keine Aussage zu „Kaffeegewohnheiten“ wie die Zugabe von Milch, Sahne oder Zucker getroffen werden. Auch süßes Beiwerk wurde nicht erfasst. Darüber hinaus handelte es sich um eine Beobachtungsstudie die zwar Assoziationen aber keine Kausalitäten zeigen kann.

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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