Vitamin D – Bringt es was?

Die Einnahme von Vitamin D ist ein heißes Thema. Viele schwören auf entsprechende Präparate, einige halten überhaupt nichts davon. Wir wollen Licht ins Dunkel bringen.

  1. Was ist ein Vitamin D-Mangel? Die Definition ist umstritten und schwierig, da die Bestimmung im Labor teilweise ungenau und nicht standardisiert erfolgt. Einigkeit herrscht nur darüber, dass ein Spiegel von 25-OH-Vitamin-D unter 12 ng/ml medikamentös behandelt werden sollte. Alles über 20 ng/ml bedarf keiner Therapie.
  2. Bringt es was für die Knochen? Nein. In einer Untersuchung mit über 5.000 knochengesunden Teilnehmer*innen (ViDa-Studie) zeigten sich keine Unterschiede in der Häufigkeit von Knochenbrüchen. Dies gilt ausdrücklich nicht für Menschen mit einer Osteoporose.
  3. Bringt es was für Herz und Gefäße? Nein. Die VITAL-Studie (25.000 Probanden*innen über 50 Jahre) konnte keinen Effekte der Einnahme von 2.000 IE Vitamin D/Tag hinsichtlich des Auftretens von Herz-Kreislauferkrankungen zeigen.
  4. Bringt es was bei Krebs? Nein. Auch eine verringerte Häufigkeit an Krebs zu erkranken, konnte in der VITAL-Studie nicht bewiesen werden.
  5. Bringt es was bei Zuckerkrankheit? Nein. Pittas und Kollegen*innen behandelten knapp 2.500 Patienten*innen, die ein hohes Risiko hatten „zuckerkrank“ (Diabetes mellitus Typ 2) zu werden, über zweieinhalb Jahre mit 4.000 IE Vitamin D/Tag. Durch die Einnahme von Vitamin D konnte die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken nicht reduziert werden.
  6. Bringt es was für Sportler*innen? Jein. In einer Übersichtsarbeit heißt es, dass eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin D mit suboptimalen Leistungen verbunden sein kann. Darüber, dass ein Mangel therapiert werden sollte, besteht kein Zweifel. Ob jedoch über dies hinaus die Einnahme von Vitamin D sinnig ist, bleibt unklar.

Der Rummel um Vitamin D ist ungebrochen. Angesichts der bisherigen Studien muss die Frage nach dem Warum gestellt werden, gibt es doch bislang keine wissenschaftlichen Belege für den präventiven Einsatz von Vitamin D. Insofern kann das Geld in den meisten Fällen gespart und stattdessen Sport empfohlen werden. Hier stehen die positiven Aspekte außer Frage!

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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