COVID-19 in Italien: Wer stirbt?

Immer noch wird COVID-19 stellenweise als „Grippe“ verharmlost. Dass es sich jedoch keinesfalls um eine harmlose Erkrankung handelt, sollten die erschütternden Bilder aus Italien und Spanien (und damit vor unserer Haustür!!!)  mittlerweile eindringlich gezeigt haben. Aus dem besonders betroffenen Italien erreichen uns nun auch erste statistische Auswertungen hinsichtlich der „Risikogruppen“. So sind die an COVID-19 verstorbenen Patienten*innen im Mittel um die 80 Jahre alt. Insgesamt ist die Sterbewahrscheinlichkeit der Über-70jährigen im Vergleich zu jüngeren Infizierten deutlich erhöht. Zudem begünstigen viele Vorerkrankungen einen schweren und tödlichen Verlauf. Von knapp 3.200 verstorbenen italienischen Patienten*innen hatten 1,2% keine, 23,5% eine, 26,6% zwei und 48,6% drei oder mehr Vorerkrankungen. Besonders häufig waren dabei:

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): 73,8%
  • Diabetes mellitus Typ 2 („Zuckerkrankheit“): 33,9%
  • Koronare Herzkrankheit (z.B. nach einem Herzinfarkt): 30,1%
  • Vorhofflimmern: 22%
  • Chronische Niereninsuffizienz („Nierenschwäche“): 20,2%
  • Tumorerkrankungen („Krebs“ in den letzten fünf Jahren: 19,5%
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): 13,7%
  • Dementielles Syndrom (Demenz): 11,9%
  • Schlaganfall: 11,2%

Von den an COVID-19 verstorbenen jüngeren Patienten*innen war nur eine Frau. Insgesamt war die überwiegende Mehrzahl der in dieser Altersgruppe Verstorbenen schwer vorerkrankt (z.B. Herz- und Nierenerkrankungen).

Die hier besprochenen schwer Erkrankten wurden rund vier Tage nach Auftreten der ersten Beschwerden (v.a. Atemnot, Husten, Fieber) in ein Krankenhaus aufgenommen und in der Regel dort direkt auf eine Überwachungs- oder Intensivstation verlegt. Der Tod trat im Mittel acht Tage nach Symptombeginn ein.

Insgesamt bestätigen die Daten aus Italien was wir ohnehin schon wussten. Nach wie vor gilt es die Älteren zu schützen und soziale Kontakte auf ein absolutes Mindestmaß zu beschränken. Grundsätzlich ist NIEMAND vor einer Infektion gefeit und auch jüngere Menschen können schwer erkranken und versterben!

Veröffentlicht von Dr. med. Achim Jerg, Dipl.-Biol.

Assistenzarzt

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